
Markus Rinderspacher warnt vor Naturzerstörung/ Parlamentarische Anfrage von Maria Noichl
Auf seiner Oberbayern-Radltour führte die Route des Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, auch an den Schliersee. In der Gemeinde Schliersee stand ein Treffen mit der Leiterin der Baubehörde, SPD-Mitgliedern und interessierten Bürgern auf dem Terminplan. Thema des Gesprächs war die geplante großflächige Bebauung der Schliersbergalm. Mit dabei war auch die Rosenheimer Landtagsabgeordnete Maria Noichl, SPD-Sprecherin für Agrar und Forst. Sie hatte zu diesem Thema bereits eine Anfrage an den Landtag gestellt. Die Antwort des Staatsministers Joachim Herrmann ist mehr als dürftig.
„Entweder weiß das Bayerische Staatsministerium des Inneren nicht was auf der Schliersbergalm geplant ist, oder sie wollen es nicht wissen," so Maria Noichl mit Blick auf Ihre detaillierte Parlamentarische Anfrage.
Ihre große Befürchtung ist es, dass auf der beliebten Schliersbergalm nicht nur ein Ersatzbau für das marode Hotel entsteht, sondern ebenso 12 bis 14 als Almhütten getarnte Chalets. Maria Noichl: „Besonders bitter empfinde ich den Plan, den öffentlichen Zugang für Einheimische und Tagestouristen deutlich zu beschneiden. Die Schliersbergalm soll auch in Zukunft als öffentliches Naherholungsgebiet dienen."
Noch steht im Flächennutzungsplan des Marktes Schliersee der Bereich der Schliersbergalm „Fläche für die Landwirtschaft Almen-Felsregionen" oder „Fläche für die Forstwirtschaft". Dies soll einem „Sondergebiet Fremdenverkehr" weichen, so der Inhalt der Anfrage.
Leider gibt der Innenminister keine Auskunft über die Größe der beantragten Rodungsflächen und betroffenen Sturmschutzwälder. Angeblich weiß noch keiner etwas. Das große Problem der Erschließung der Schliersbergalm beantwortet der Minister mit einem Verweis auf den ausgebauten Forstweg, rückseitig über Althausham. Auf eine mögliche Hangrutschgefährdung will sich das Ministerium nicht festlegen - solange der eigentliche Plan nicht bekannt sei.
„Doch dann ist es vielleicht zu spät. Wie so oft will bis zum Baubeginn niemand offen über Naturzerstörung, Erschließungsprobleme und das Gefährdungspotential reden. Für die Kommunalpolitik der Gemeinde Schliersee ist äußerste Wachsamkeit geboten. Wenn die Bagger kommen, ist es zu spät," so der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher.
(21.07.2010)