
SPD-Hochschulpolitiker Dr. Christoph Rabenstein beklagt Rückgang des Erwerbstetats für die Bibliotheken seit 2001 von 36,5 auf 29,6 Millionen Euro
Der SPD-Hochschulpolitiker Dr. Christoph Rabenstein fürchtet durch die staatlichen Sparmaßnahmen und die damit verbundenen Kürzungen der Haushaltsansätze der wissenschaftlichen Bibliotheken Nachteile für Bayern als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. "Die in den letzten Jahren unzureichenden Bibliotheksmittel haben die Situation an den Hochschulen in Bayern verschlechtert", beklagt der SPD-Abgeordnete, der im Landtag Mitglied des SPD-Arbeitskreises Hochschule, Forschung und Kultur ist. "So ist der Erwerbsetat an den bayerischen Universitätsbibliotheken seit 2001 jährlich zurückgegangen - und zwar von 36,5 Millionen auf 29,6 Millionen Euro. "Im Jahr 2003 wurden dabei fast 15 Prozent reduziert - dieses niedrige Niveau wurde 2004 noch einmal um 3 Prozent gekürzt", kritisiert Rabenstein.
Die Situation wird darüber hinaus verschärft durch ein steigendes Literaturangebot, besonders im Science-Technology-Medicine (STM)-Fächerspektrum und exorbitant hohe Preissteigerungsraten. So nimmt die Diskrepanz zwischen der Etat- und der Kostenentwicklung ständig zu. Rabenstein: "Das hat negative Auswirkungen auf Forschung und Lehre und betrifft vor allem die Studierenden, aber auch die wissenschaftliche Arbeit in der Forschung."
Die Folgen für die einzelnen Hochschulbibliotheken sind gravierend:
Die wissenschaftlichen Bibliotheken Bayerns unter der Führung der Bayerischen Staatsbibliothek versuchten trotz aller Sparmaßnahmen und der damit verbundenen Mittelkürzung die Leistungsfähigkeit zu sichern. In einer gemeinsamen Erklärung der Direktoren der bayerischen Universitätsbibliotheken werden dazu folgende Handlungskomponenten genannt: "Verbesserung der Kooperation zwischen den Bibliotheken, Ausbau der Funktion der Bayerischen Staatsbibliothek als 'last ressort', Konsortialbildung, Weiterentwicklung des interuniversitären Etatverteilungsmodells, Verzicht auf eine autarke Literatur- und Informationsversorgung der einzelnen Institutionen, gezielter Abbau von inter- und inneruniversitären Mehrfachexemplaren bei Zeitschriften in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen wie medizinischen Fächern."
Diese Maßnahmen können allerdings die negativen Auswirkungen der Kürzungen nur abmildern. Langfristig ist aus Sicht des SPD-Hochschulpolitikers die Versorgung mit Forschungsliteratur und elektronischer Fachinformation in Gefahr. Zur nachhaltigen Sicherung der Leistungsfähigkeit und zum Ausbau der wissenschaftlichen Bibliotheken zu einem serviceorientierten Dienstleister für die wissenschaftliche Arbeit sind folgende Vorgaben zu erfüllen:
Dr. Christoph Rabenstein und der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Wolfgang Vogel stellen abschließend fest:
"Gut ausgestattete wissenschaftliche Bibliotheken sind die Voraussetzung für die internationale Konkurrenzfähigkeit von Forschung und Wissenschaft, denn sie ermöglichen ein effektives schnelles und erfolgreiches Studium an den bayerischen Universitäten. Eine weitere Kürzung der Etatansätze gefährdet diese Zielsetzung massiv und führt zu nicht mehr belastbaren Langzeitschäden an den Hochschulen."
(23.08.2005)