
Willi Leichtle stellte schriftliche Anfrage zum Desaster der Staatsregierung beim Kongress "Visions of Football"
Nachdem der Oberste Rechnungshof dem WM-Rahmenprogramm des Kultusministeriums ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt hat, wirft nun der sportpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Willi Leichtle, der Staatsregierung Millionenflops zu Lasten der bayerischen Steuerzahler und des Breitensports vor.
"Großmannssüchtig hat die CSU-Staatsregierung beim Kongress ‚Visions of Football' sinnlos Geld hinausgeworfen, während sie Zuschüsse für Tausende Ehrenamtliche in den Sportvereinen und bei den Übungsleitern ständig kürzt," betont der SPD-Sportsprecher. Lediglich 280 Tickets seien verkauft und Einnahmen aus Teilnehmerbeiträgen in Höhe von 92.377 Euro bei diesem Kongress im Juli erzielt worden, antwortete jetzt Kultusminister Schneider dem SPD-Abgeordneten auf seine Schriftliche Anfrage. Allein dieser Kongress, so Leichtle, hat also ein Defizit von 1,6 Millionen Euro verursacht.
"Ausgesprochene Schlamperei" wirft der SPD-Politiker dem Kultusministerium bei der Vorbereitung des Kongresses vor. Nachdem Minister Schneider für die geringe Zahl der zahlenden Teilnehmer am Kongress "Visions of Football" den ungünstigen Termin und die hohe Teilnehmergebühr verantwortlich gemacht hatte, erhob sich für den SPD-Abgeordneten die Frage: Wer hat diese Entscheidungen getroffen und seit wann waren der Kongresstermin und die Höhe der Gebühren dem Staatsminister bekannt?
Darauf antwortete Schneider, dass der Kongresstermin vom zuständigen Arbeitskreis vorgeschlagen und vom Leiter der Task Force im Kultusministerium und der Steuergruppe gebilligt worden sei. Die Teilnehmergebühr sei nach Vorgesprächen im Arbeitskreis von der Kongressagentur Hilger Multi Communications (MCS) vorgeschlagen und vom Leiter der Task Force gebilligt worden.
(17.11.2005)