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Mehr Geld für mehr Lehrer

MDL2004/SCHIEDEM.jpg Schieder: Wechsel an der Spitze des Kultusministeriums muss zu echten Verbesserungen für Bayerns Schulen führen - Verlorenes Vertrauen zurück gewinnen

Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier hat nach Auffassung der bildungspolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Marianne Schieder, einen bildungspolitischen Scherbenhaufen hinterlassen und das Vertrauen von Schülern, Eltern und Lehrern verspielt. Der Wechsel an der Spitze des Kultusministeriums müsse nun zu einer tatsächlichen Verbesserung der zum Teil unerträglichen Situation an den Schulen führen. „Bildung muss als zentrales Feld der Landespolitik wieder in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Und hier reichen keine schönen Worte, sondern wir brauchen mehr Geld für mehr Lehrer, um der Bildung in Bayern den Stellenwert zu geben, der ihr zusteht", erklärt Schieder. Bildung dürfe nicht mehr den einseitigen Sparinteressen der Staatskanzlei unterworfen bleiben.


Folgende Aufgaben müssen nach Auffassung der SPD dringend erledigt werden:


 1. Den akuten Lehrermangel beheben! An Bayerns Schulen herrscht gravierender Lehrermangel, der durch die Zahlentricksereien im Doppelhaushalt nicht behoben wurde. Der neue Minister/die neue Ministerin muss als erste Amtshandlung dafür sorgen, dass die Schulen ihrem Bedarf entsprechend Lehrer erhalten.


 2. Personalplanungskonzept vorlegen! Der akute Lehrermangel wird sich nicht ändern, wenn nicht endlich eine Personalbedarfsplanung, die sich an den Realitäten in den Schulen und nicht an Sparvorgaben orientiert, gemacht wird. Insbesondere muss der neue Minister/ die neue Ministerin dafür sorgen, dass sich für das Lehramtsstudium in Zukunft genug junge Leute interessieren.


 3. Konzept zur Etablierung der individuellen Förderung an allen Schularten entwickeln! Individuelle Förderung ist der Schlüssel zur Verbesserung der schulischen Erfolge unserer Kinder. Der neue Minister/die neue Ministerin muss dafür sorgen, dass dieses pädagogische Prinzip in allen Schularten und für alle Kinder Standard wird und die dafür notwendigen Lehrer einstellen.


 4. Ganztagsschulen bedarfsgerecht und angebotsorientiert einrichten! In Bayern ist der Bedarf an Ganztagsschulen enorm angestiegen. Dieser Erkenntnis folgten aber bisher keine Taten. Der neue Minister/die neue Ministerin muss zumindest den vorliegenden Antragsstau auflösen.


 5. Selbstständigkeit der Schulen vorantreiben! Entbürokratisierung und Eigenverantwortung sind dringend nötig, um Lehrer, Eltern und Schüler für ihre Schule zu begeistern und sie für eine aktive Mitgestaltung zu aktivieren. Der neue Minister/ die neue Ministerin muss die Ergebnisse der Modus 21 Schulen auf alle Schulen Bayern übertragen.


 6. Vorschulische Bildung ins Kultusministerium zurückholen! Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen und gehören daher ins Kultusministerium. Der neue Minister/die neue Ministerin sollte sich die Verantwortung für den vorschulischen Bereich aus dem Sozialministerium zurückholen und ihm mit der Kostenfreiheit für das letzte Kindergartenjahr das nötige Gewicht verleihen.


 7. Grundschule stärken! Die Grundschule ist das Fundament jeglicher Schullaufbahn. Dieser Rolle kann sie nur gerecht werden, wenn die Schülerinnen und Schüler intensiv gefördert werden, die Klassen kleiner werden und Zweitlehrkräfte zur Verfügung stehen. Die durch den Schülerrückgang freiwerdenden Planstellen müssen für die Grundschule erhalten bleiben.


 8. Schulstrukturen auf den Prüfstand stellen! Die demographische Entwicklung in den nächsten Jahren ist eine der großen Herausforderungen für das Schulsystem. Der neue Minister/die neue Ministerin muss bereits jetzt mit Hilfe einer langfristigen Planung diesen Herausforderungen begegnen.


 9. Schulsozialarbeit als Standard einführen! Die pädagogische Arbeit in den Schulen wird immer zunehmend schwieriger. Um den erzieherischen Anforderungen gerecht zu werden, brauchen die Lehrerinnen und Lehrer fachliche Unterstützung. Der neue Minister/die neue Ministerin muss die Schulsozialarbeit als Standard in jeder Schule verankern.


 10. Vertrauen zurückgewinnen! Frau Hohlmeier hat durch ihr Verhalten sehr vielen Menschen das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Bildungspolitik nachhaltig genommen. Der neue Minister/die neue Ministerin muss durch eine wahrhaftige und verlässliche Amtsführung dieses Vertrauen zurückgewinnen und dem Ressort wieder die Bedeutung zurückbringen, die seine Themen verlangen. In Zukunft müssen wieder pädagogische und bildungspolitische Notwendigkeiten und nicht der Sparwahn zugunsten der Karriereträume des Ministerpräsidenten die Taten des Kultusministeriums bestimmen.


 

(17.04.2005)