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30. Juni 2010
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Für die Weiterentwicklung des Gymnasiums

Von Hans-Ulrich Pfaffmann, MdL
Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion

Der Zulauf zu den bayerischen Gymnasien ist ungebrochen. Doch die enorm gestiegenen Schülerzahlen und die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit um ein Jahr zum G8 erfordern eine Neuausrichtung der Schulart.

Die Vorschläge der SPD-Landtagsfraktion:

  1. Lernen ist ein individueller Prozess - auch im Gymnasium. Deshalb hat eine Neukonzeption des Unterrichts die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler als Chance und nicht als Defizit zu begreifen. Es kann nicht mehr nur um punktgenaues „Wissen", sondern muss um die nachhaltige Vermittlung von Kompetenzen gehen. Zielw sind dabei sowohl die Erhöhung der Abiturientenzahlen als auch die Verbesserung der Qualität der gymnasiale Bildung.
  2. Die Rahmenbedingungen des Lernens müssen verbessert werden, das heißt: kleinere Klassen und eine bessere Förderung des einzelnen. Die Bildungsinvestitionen müssen solange erhöht werden, bis es in Bayern keine Klasse mehr über 25 Schüler gibt.
  3. Die Oberstufe flexibilisieren: Die Oberstufe soll je nach individuellem Lerntempo in 2 oder 3 Jahren abgeschlossen werden können. Sie wird in Pflicht- und Wahlkursen organisiert, die die Schülerinnen und Schüler wählen. Eine Änderung könnte zum Schuljahr 2011/2012 bereits umgesetzt werden.
  4. Das Unterrichtsprogramm soll den Schulen überlassen werden: Zur Anpassung des Unterrichts an das Lerntempo der Schülerinnen und Schüler wird die Stundentafel der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 5-10) flexibilisiert. Die Schulen erhalten die Freiheit, ihre Lernzeiten selbst zu organisieren. Das Kultusministerium legt lediglich fest, wie viele Jahreswochenstunden (Kontingent) insgesamt in den einzelnen Schuljahren bis zum Abschluss des Bildungsgangs (Sek I) zu erteilen sind. Wie diese Jahreswochenstunden verteilt werden, entscheidet die Schule. Durch Bildungsstandards der jeweiligen Schulstufen wird die Vergleichbarkeit der Lernergebnisse sichergestellt. Die Schulen sollen künftig mit Kontingent- Stundentafeln mehr pädagogische Eigenständigkeit erhalten. Dabei wird die Möglichkeit geschaffen,
    • Fächer innerhalb des Schuljahres im Epochenunterricht zu erteilen,
    • Stunden mehrerer Fächer in einem Projektunterricht zusammenzufassen,
    • das Lernen im 45-Minuten-Takt abzuschaffen,
    • die Unterrichtstunden in einem Fach oder in einem Fachbereich innerhalb der Schulstufen oder der Jahrgangsstufen frei zu verteilen,
    • das Profil der Schule besser heraus zu stellen.
  5. Ganztagsgymnasien können dazu beitragen, den achtjährigen Abschluss im Gymnasium zu befördern. An jedemGymnasium soll umgehend ein Ganztagszug aufgebaut werden.

23.06.2009
Antrag Drucksache Nr. 16/1603 vom 23.06.2009
Antrag
Erhöhung der Planstellen an den Gymnasien für die gymnasiale Oberstufe
Vorgangsmappe

15.01.2010
Dringlichkeitsantrag Drucksache Nr. 16/3162 vom 15.01.2010
Dringlichkeitsantrag
Einstellung aller Referendare zum Schulhalbjahr
Vorgangsmappe

16.12.2009
Dringlichkeitsantrag Drucksache Nr. 16/2976 vom 16.12.2009
Dringlichkeitsantrag
Q11 Schülerinnen und Schüler sind keine Versuchskaninchen - Sofort die Lernbedingungen in der G8-Oberstufe verbessern
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