Für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung
Von Kathrin Sonnenholzner, MdL,
Gesundheitspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion
Der Erhalt der flächendeckenden ambulanten haus- aber auch fachärztlichen Versorgung besonders in ländlichen Gebieten wird in den kommenden Jahren aufgrund des Altersdurchschnitts der derzeit praktizierenden Ärztinnen und Ärzte zunehmend schwieriger, außerdem finden immer weniger Hausarztpraxen Nachfolger. Um die Bevölkerung weiterhin gut versorgen zu können, müssen jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden.
Bereits 2008 hat die SPD-Landtagsfraktion die Staatsregierung aufgefordert einen Masterplan zur Stärkung der ambulanten Versorgung vorzulegen.
Die unter der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eingeführte hausarztzentrierte Versorgung hat zu einer ideellen und finanziellen Aufwertung des Berufsbildes Hausarzt geführt. Als Lotse im Gesundheitswesen begleitet der Hausarzt, die Hausärztin die PatientenInnen.
Hausarztverträge sind somit ein wichtiges Instrument um adäquat auf Versorgungsprobleme zu reagieren. Dies wurde von der schwarz-gelben Bundesregierung leichtfertig aufgegeben. Die Hausarztverträge sind durch die neue Gesetzgebung faktisch erledigt und die christlich-liberalen Koalitionäre nehmen ein weiteres Ausbluten der Versorgung vor allem auf dem Land und in sozialen Brennpunktstadteilen in Kauf. Trotz aller Lippenbekenntnisse in Bayern hat die CSU in Berlin der Zerschlagung der Hausarztverträge zugestimmt!
Zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung fordern wir:
- Beibehaltung und Sicherstellung der hausarztzentrierten Versorgung
- die Einrichtung eines Frühwarnsystems, um freiwerdende Arztsitze zu vergeben und drohender Unterversorgung rechtzeitig zu begegnen
- die Sicherstellung der ambulanten Versorgung in den sprechstundenfreien Zeiten durch flächendeckende Bereitschaftsdienstzentralen
- Niederlassungsförderung im ländlichen Raum durch ein Förderprogramm, das bei Praxisübernahme oder –Neuniederlassung z.B. zinsgünstige Kredite zur Verfügung stellt.,
In der Aus- und Weiterbildung setzen wir uns dafür ein, dass
- Zulassungskriterien entwickelt werden, die auch StudienbewerberInnen mit einem schlechteren Abiturschnitt aber hoher Motivation und sozialer Kompetenz den Zugang zum Medizinstudium an bayerischen Fakultäten ermöglichen
- je ein Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an jeder medizinischen Fakultät im Freistaat eingerichtet wird
- die finanziellen und organisatorischen Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Allgemeinmedizin verbessert werden.
- eine Nachwuchsoffensive an den medizinischen Fakultäten, um Studierende für die ambulante ärztliche Tätigkeit zu interessieren und an den Standort Bayern zu binden
Ein weiteres wichtiges Anliegen der SPD-Fraktion ist die Novellierung der Bedarfsplanung der vertragsärztlichen, ambulanten haus- und fachärztlichen Versorgung.
Wir fordern die Planungsbereiche kleinräumiger abzugrenzen und die Fachgruppenspezifität differenzierter zu gestalten, um die ärztliche Versorgung zielgenauer steuern zu können. Die Bedarfsplanung muss den wirklichen Bedarf einer Region unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung einer Region widerspiegeln. Gerade im ländlichen Raum führt die bisherige Übereinstimmung der Planungsbereiche mit dem Landkreis in den kleineren Orten zu einem Wegbrechen der ärztlichen Versorgung.
Vorsitzende des Arbeitskreises der SPD-Landtagsfraktion für Umwelt und Gesundheit.. Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion