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30. November 2010
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Vorbeugen ist besser als heilen. Prävention, Gesundheitsförderung, Aufklärung, Früherkennung sind Eckpfeiler eines ganzheitlichen Gesundheitssystems

Von Kathrin Sonnenholzner, MdL,
Gesundheitspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion

Ziel einer versorgenden Gesundheitspolitik ist es, Krankheiten vorzubeugen, gesundheitsförderliche Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen zu realisieren und soziale Unterschiede in Gesundheitschancen und Lebenserwartung auszugleichen.

Vorbeugen ist besser als heilen. Außerdem heißt Prävention auch chronische Leiden zu lindern.
Gesundheitsförderung, gesundheitliche Aufklärung, Früherkennungsmaßnahmen und Schutzimpfungen sind wichtige Eckpfeiler eines ganzheitlichen Gesundheitssystems. Denn je früher eine Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Heilungschancen.
Das deutsche Gesundheitssystem ist überwiegend ein Reparaturbetrieb. Der Versuch ein bundesweites Präventionsgesetz zu schaffen ist in den letzten beiden Legislaturperioden stets am Widerstand der Union gescheitert. Und die jetzige schwarz-gelbe Koalition hat sich endgültig von einem Präventionsgesetz verabschiedet.

Die heutigen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Adipositas sind oftmals das Resultat eines krank machenden Lebensstils. Schon im Kinder- und Jugendalter werden die Weichen für das zukünftige Essverhalten und den Umgang mit der eigenen Gesundheit gestellt.
Die Zahlen übergewichtiger Kinder und Jugendlicher nehmen immer mehr zu. Präventionsprogramme, die für eine ausgewogene und gesunde Ernährung sorgen, werden immer wichtiger.

  • Deshalb fordern wir eine schnelle Umsetzung des EU-Konzepts zur Verteilung von Milch – und Milchprodukten in Kindertagesstätten und Schulen.
  • Weiter liegt uns die dauerhafte kostenfreie Umsetzung des Schulobstprogramm der EU am Herzen. Das Programm stellt einen weiteren notwendigen und sinnvollen Baustein einer gesunden Ernährung unserer Kinder an bayerischen Schulen dar.
  • Zugleich fordern wir die Wiedereinführung der staatlichen Ernährungsberatung, um niederschwellige Angebote insbesondere für Kindergärten, Schulen, Eltern und Risikogruppen sicherstellen zu können.

Erfreulich ist ein leicht rückläufiger Alkoholkonsum der Gesellschaft. Alarmierend für uns Sozialdemokraten ist allerdings die steigende Anzahl an Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden müssen. Über 5000 Jugendliche waren es im vergangenen Jahr in Bayern. Ständig wird man mit Meldungen zum Komasaufen konfrontiert.

Die SPD-Fraktion hat dazu das folgende Maßnahmenpaket im Bayerischen Landtag eingebracht:

  • Stärkung präventiver Angebote und Ausbau des Projektes „HaLT-Hart am LimiT zügig in ganz Bayern
  • Einsatz jugendlicher Testkäufer zur Kontrolle der Einhaltung des Jugendschutzes durch den Einzelhandel
  • Aufklärungskampagne „Null-Promille in der Schwangerschaft
  • Nächtliches Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen und Kiosken
  • Verbot von Flaterateparties

Leider wurde dies von CSU und FDP insgesamt abgelehnt!

Wir Sozialdemokraten begrüßen den positiven Volksentscheid in Bayern für einen strikten Nichtraucherschutz. Die SPD-Fraktion hat im Januar 2007 den ersten Gesetzentwurf zum Schutz der bayerischen Bevölkerung vor den Folgen des Passivrauchens im Bayerischen Landtag eingebracht. Der Schutz der Beschäftigten sowie von Kindern und Jugendlichen hat für uns höchste Priorität. Das generelle Rauchverbot wird dazu beitragen, dass „Nichtrauchen“ in unserer Gesellschaft zur Normalität wird und wie in anderen Ländern die Zahl der tabakassoziierten Erkrankungen sinkt.