Talk im Max: 'Provinzkultur' - im Schatten der Metropolen?
Die Podiumsdiskusion der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag ist am 23. Juni 2012, 22.30 Uhr bei BR-alpha zu sehen. Sendeplatz: "Denkzeit"

Steht die Kultur in der Provinz im Schatten der Metropolen? Oder lebt die Kultur der Metropolen gerade vom Kulturreichtum im ländlichen Raum? Mit diesen Fragen beschäftigten sich am 16. Mai Gisela Geiger, Leiterin Stadtmuseum Penzberg / Sammlung Campendonk, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Kulturstaatsminister a.D., Dr. Dieter Rossmeissl, Kulturreferent der Stadt Erlangen, und Christian Stückl, Intendant des Münchner Volkstheaters und Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Isabell Zacharias, Kulturpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion.
Insbesondere die Frage, für wen Kultur insbesondere in den Regionen geschaffen werden sollte, stand im Mittelpunkt der Diskussion. "Immer wird von sogenannten Leuchtturmprojekten erzählt", so Rossmeissl. "Das bedeutet: Es strahlt weit hinaus und lockt besonders Touristen an. Aber wer direkt neben einem Leuchtturm steht, der hat es oft zappenduster."
Einen weiterer Fokus der Diskussion brachte Julian Nida-Rümelin ein: "Es ist ein schrecklicher Irrtum der PISA-Studie, dass insbesondere auf Kosten von Kunst und Musik die allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch und Mathematik verstärkt wurden", so der Kulturexperte. Stückl, Geiger und Rossmeisl konnten diesen Standpunkt nur bestätigen; die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in Form von Schulprojekten oder die direkte Einbringung von interessierten Jugendlichen sei ein wichtiger Faktor für den Fortbestand der Schaffung und Erhaltung von Kultur.
Nicht alle Wege führen nach Rom
Talk im Max: "Provinzkultur" im Schatten der Metropolen?
SPD-Landtagsfraktion diskutiert über Bedingungen in Stadt und Land
Bericht in der Bayerischen Staatszeitung

v.l.: Julian Nida-Rümelin, Gisela Geiger, Isabell Zacharias, Christian Stückl, Dieter Rossmeissl
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isabell Zacharias, kulturpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion
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Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Kulturstaatsminister a.D.
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Dieter Rossmeissl, Kulturreferent der Stadt Erlangen
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Gisela Geiger, Leiterin Stadtmuseum Penzberg / Sammlung Campendonk
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Christian Stückl, Intendant des Münchner Volkstheaters und Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele
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TV-Ausstrahlung am 23. Juni 2012, 22.30 Uhr, "Denkzeit" in BR-alpha
Auf dem Podium bei Talk im Max am 16. Mai 2012:
Gisela Geiger
Leiterin Stadtmuseum Penzberg. Sammlung Campendonk
- Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Freiburg, Lausanne, München.
- 1998 Gründung des Kunstvereins KUNSTZECHE Penzberg, seither Vorsitz.
- Zunächst Museumsbeauftragte der Stadt, ab 2007 hauptamtliche Leiterin Stadtmuseum Penzberg, seit 2012 Leitung des Bergwerksmuseums Penzberg, seit 2002 Aufbau des Themas Heinrich Campendonk für Penzberg.
-
Konzeption und Organisation des Kinder- und Literaturpreises PENZBERGER URMEL (mit Max Kruse).
Kooperation mit den Nachbarmuseen Buchheimmuseum Bernried, Franz Marc Museum Kochel, Schloßmuseum Murnau.
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Staatsminister a.D.
- 1975 - 1980 Studium: Philosophie, Physik, Mathematik, Politikwissenschaften in München und Tübingen, 1983 Promotion in München, 1989 Habilitation, Lehre (Philosophie und politische Theorie) in München, Minneapolis (USA), Tübingen, Göttingen, Brügge (Belgien), Berlin, St. Gallen (Schweiz), seit 2004 wieder in München (Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut), 2009 wechselte er auf den Lehrstuhl Philosophie IV.
- 1998 - 2000 Kulturreferent der Stadt München.
- 2001 - 2002 Staatsminister für Kultur und Medien (MdB).
- seit 2009 Mitglied des Parteivorstandes und Leiter der Grundwertekommission der SPD.
- 2009 - 2011 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie, Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, Kuratoriumsvorsitzender des Deutschen Studienpreises.
Dr. Dieter Rossmeissl
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit der Stadt Erlangen
- Studium: Geschichte, Politische Wissenschaft, Germanistik in Erlangen, 1975 Staatsexamen für das Höhere Lehramt, 1977 Promotion an der Universität Erlangen, Gymnasiallehrer für die Fächer Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Psychologie in Nürnberg.
-
1982 - 2000 Stadtrat in Nürnberg, Sprecher der SPD-Fraktion in den Ausschüssen für Schule, Kultur und Wirtschaft
seit 2000 berufsmäßiger Stadtrat in Erlangen, Dezernent für Kultur, Jugend und Freizeit. - Vorsitzender des Kulturausschusses des Bayerischen Städtetags, Mitglied im Kultur- Schulausschuss des Deutschen Städtetags, Mitglied im Deutschen Bühnenverein, Geschäftsführer des Forums „Kultur“ in der Europäischen Metropolregion Nürnberg.
Christian Stückl
Intendant des Münchner Volkstheaters und Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele
- 1981 – 1984 Holzbildhauerlehre.
- 1981 Aufbau einer Theatergruppe in Oberammergau, 1987 – 1988 Regieassistent an den Münchner Kammerspielen.
- 1987 Wahl zum Spielleiter und Regisseur für die Passionsspiele 1990, 1988 – 1990 Passionsspiele Oberammergau, 2010 Passionsspiele Oberammergau.
- 1992 – 1994 Spielleiter an den Münchner Kammerspielen, 1994 Theaterarbeit in Indien.
- seit 1996 freier Regisseur, 2002 „Jedermann“ Neuinszenierung für die Salzburger Festspiele, 2006 Regisseur der FIFA-WM Eröffnungsfeier in München.
- seit 2002 Intendant des Münchner Volkstheaters.












