HOMEpfeil PRESSEpfeil DETAILS
09. Oktober 2011
Fenster drucken. Falls es Probleme mit dem Ausdruck geben sollte, empfehlen wir, das PDF auszudrucken. Seite in PDF Form ansehen Artikel weiterempfehlen

SPD verleiht Wilhelm-Hoegner-Preis an Münchner Journalisten Heribert Prantl

Fraktionschef Markus Rinderspacher: Meinungsinstanz schlechthin - Laudator Christian Ude: Verfassungspolitisches Gewissen der bundesdeutschen Publizistik

Die SPD-Landtagsfraktion hat den Münchner Journalisten Prof. Dr. Heribert Prantl mit dem Wilhelm-Hoegner-Preis 2011 ausgezeichnet. SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher würdigte Prantl, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und Leiter der Innenpolitik, in seiner Preisbegründung folgendermaßen: „Die SPD-Landtagsfraktion in der Tradition Wilhelm Hoegners zeichnet mit Heribert Prantl eine Persönlichkeit aus, die sich in herausragender Weise als Journalist und Publizist für die freiheitlichen und sozialen Werte des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung einsetzt und engagiert wie kaum ein zweiter über deren Einhaltung wacht.“ In seiner Rede, die aus dem Plenarsaal des Bayerischen Landtags auch in den Senatssaal übertragen wurde, sagte Rinderspacher: „65 Jahre bayerische Verfassung, für uns die Gelegenheit, eine bayerische Persönlichkeit auszuzeichnen, eine herausragende Persönlichkeit der Vierten Gewalt, die von Legislative, Exekutive und Judikative hoch beachtet wird: und hoch geachtet. Hoch geschätzt, bisweilen gefürchtet.“

Laudator Christian Ude, Preisträger Prof. Heribert Prantl, Fraktionschef Markus Rinderspacher

Der SPD-Fraktionschef bezeichnete das Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung als „die erste und zugleich letzte Instanz – in jedem Fall aber die Meinungsinstanz schlechthin“. Mit Professor Prantl gewinne der Begriff der „herrschenden Meinung“ eine besondere Note: „Wer sich morgens schnell und umfassend nicht nur über das Wichtigste, sondern über das Zentrale informieren will, kommt an ihm nicht vorbei“, stellte Rinderspacher fest.

Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude würdigte Prantl in seiner Laudatio als das „verfassungspolitische Gewissen in der bundesdeutschen Publizistik“. Prantl habe sich wie kein anderer für die Verfassung eingesetzt und dagegen gekämpft, dass sie verbogen wird. So habe Prantl stets das Asylrecht verteidigt und sich gegen aufkeimenden Rechtsextremismus gewandt. Auch sei Prantl erfolgreich einer marktradikalen Heilslehre entgegen getreten und habe sich für den Erhalt des Sozialstaats eingesetzt: „Der Sozialstaat gehört zu dem Kostbarsten, was dieser Staat geschaffen hat“, zitierte Ude Prantl. Folgerichtig hat sich Prantl auch für die Einführung eines Mindestlohns eingesetzt.

Der Münchner Oberbürgermeister würdigte die Bayerische Verfassung als besonders sozial, ökologisch und auch kommunalfreundlich. Sie müsse gelebt und belebt werden. „Die Bayerische Verfassung ist ein großartiges Fundament für politisches Handeln. Wir sollten daran gehen, dies umzusetzen“, so Ude.

Weitere Videos vom Hoegner-Preis 2011:
www.youtube.com/user/SPDBayernLandtag

Die Bayerische Verfassung hat, so stellte Preisträger Prantl fest, die Gerechtigkeit konkret gemacht: Wilhelm Hoegner habe als Vater der Verfassung die „Gerechtigkeit nach Bayern gebracht“. Die Bayerische Verfassung mache in besonderer Weise deutlich, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgehe. Sie kombiniere Tradition und Anpassung, sie berge Sätze, die nach 65 Jahren immer noch aktuell seien.

Prantl nannte unter anderem Artikel 151: „Die wirtschaftliche Freiheit des Einzelnen findet ihre Grenze in der Rücksicht auf den Nächsten und die sittlichen Forderungen des Gemeinwohls“. Artikel 157: „Kapitalbildung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Entfaltung der Volkswirtschaft.“

Markus Rinderspacher, Christian Ude

Prantl bezeichnete es als tragisch, dass die Bayerische Verfassung von den Regierungen nicht gestärkt wurde: „Die Bayerische Verfassung ist daher in 65 Jahren geblieben, was und wie sie war. (…) Ihre Grundrechte und Grundpflichten, ihre Staatsziele und Gesellschaftsgrundsätze sind nicht ausgestaltet worden.“

Der Hoegner-Verfassung ergehe es wie Dornröschen, das auf das Leben warte: Und so schrieb der Autor und Journalist der Politik ins Stammbuch, sich an die Grundsätze aus den Artikeln 151 und 157 zu halten.

Im Wortlaut zum Download:
Die Reden beim Wilhelm-Hoegner-Preis 2011

Die Begrüßungsrede
von Markus Rinderspacher, MdL
Vorsitzender der BayernSPD-Landtagsfraktion

Die Laudatio auf den Preisträger
von Christian Ude, Oberbürgermeister
der Landeshauptstadt München

Die bayerischen Grundwerte
Dankesrede des Preisträgers,
Prof. Dr. Heribert Prantl

Musikalische Untermalung durch die Biermösl Blosn

Standing Ovations für den Preisträger:

Fraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher, Preisträger Prof. Heribert Prantl, Franziska Augstein, Laudator Christian Ude

Fenster drucken. Falls es Probleme mit dem Ausdruck geben sollte, empfehlen wir, das PDF auszudrucken. Seite in PDF Form ansehen Artikel weiterempfehlen